Hohe Staukosten und Umweltverschmutzung sind die zentralen
Wachstumstreiber im westeuropäischen Markt für
Innenstadtmautsysteme. Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des so
genannten „Congestion Charging“ spielen auch technische
Fortschritte, die die Durchsetzung der Maut erleichtern und für
mehr Kosteneffizienz sorgen. Entsprechend prognostiziert die
Unternehmensberatung Frost & Sullivan diesem Markt in einer neuen
Studie bis 2015 einen Volumenzuwachs auf 2,05 Mrd. Euro. Dabei ist in
London und Stockholm im Zeitraum zwischen 2008 und 2010 von einem
durchschnittlichen Jahreswachstum von 32% auszugehen.
Staugebühren werden in Europa immer gängiger. Einer der
jüngsten Marktzugänge ist Mailand; hier rechnet die Stadt mit
rund 150 Mio. Euro Mehreinnahmen. Bis 2011 werden in
Großbritannien Manchester, Cardiff und Cambridgeshire
hinzukommen, im restlichen Europa außerdem Kopenhagen und als
neues Land die Niederlande, bis 2014 dann auch Spanien. Nach 2015
hält Frost & Sullivan die Einführung einer City-Maut auch
in französischen und deutschen Städten für
äußerst wahrscheinlich. Beide Länder erzielen bereits
hohe Gewinne mit ihren Lkw- bzw. Autobahnmautsystemen und verfügen
damit auch über wichtige infrastrukturelle Voraussetzungen.
„Der Markt für Congestion Charging befindet sich im Umbruch.
Der Verkehr in den europäischen Städten wird immer dichter,
und gleichzeitig wächst der Druck zum Zeitsparen“,
erläutert Catherine Rigby, Industry Manager bei Frost &
Sullivan. „In diesem Zusammenhang steigt die Nachfrage nach
intelligenten Verkehrssystemen, die moderne Kommunikations- und
Informationstechnologien in bestehende Transportmanagementsysteme
integrieren und damit das Verkehrsaufkommen in Innenstädten
reduzieren helfen.“
So ist ab 2011 mit dem Einsatz der GPS-Technologie zu rechnen, wenn
sich beispielsweise in den Niederlanden die Gebührenerhebung auf
Basis der zurückgelegten Strecke erfolgreich zeigt. Auf diese
Weise ließen sich auch die Infrastrukturkosten für
DSRC-Systeme reduzieren, die normalerweise durch die Errichtung von
Baken (Sende- und Empfangseinheiten am Straßenrand) entstehen.
„Trotz aller positiven Aussichten sind die Akteure in diesem
Markt auch mit einigen Unsicherheitsfaktoren konfrontiert“,
kommentiert Rigby. „Dazu gehört die fragliche
öffentliche Akzeptanz der Gebührenerhebung ebenso wie die
mögliche ablehnende Haltung der Entscheidungsträger, wenn es
um die Finanzierung der nötigen Infrastruktur geht. Sind die
Systeme einmal implementiert, dürfte infolge des geringeren
Verkehrsaufkommens in den Innenstädten der Bedarf an neuen
Technologien und damit auch der Umsatz schrumpfen.“
Zusätzlich ist davon auszugehen, dass bis 2015 ca. 3,08 Millionen
Fahrzeuge mit Hybridmotoren ausgestattet sind bzw. mit
Alternativtreibstoff betankt werden. „Voraussichtlich bezahlen
solche Fahrzeuge möglicherweise weniger oder gar keine City-Maut,
weshalb auch dieser Aspekt von bestehenden und potenziellen Anbietern
dringend zu berücksichtigen ist“, so Rigby
abschließend.
Die Studie Strategic Analysis of the Congestion Charging Market in
Europe ist Bestandteil des Growth Partnership Service Programms
Automotive & Transportation, das außerdem Analysen zu den
Bereichen ITS, Rail und Logistics umfasst. Sämtliche Studien im
Subskriptionsservice basieren auf ausführlichen Interviews mit
Marktteilnehmern und bieten detaillierte Informationen über
Marktchancen und Branchentrends.
Titel der Studie: Strategic Analysis of the Congestion Charging Market
in Europe. Weitere Informationen zum Thema Growth Partnerships unter
http://www.frost.com.