PRODUKTINNOVATION
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Fraunhofer-Gesellschaft - Mikropumpsysteme
Intelligente Miniaturpumpe
Mit einer neuartigen Mikropumpe lassen sich kleinste Mengen
Flüssigkeit – etwa Medikamente – genau und flexibel
dosieren. Aktive Verbundstoffe und eine elektronische Steuerung sorgen
dafür, dass die wartungsarme Pumpe exakt funktioniert –
vorwärts wie rückwärts.
Manchmal müssen Medikamente in extrem kleinen Mengen verabreicht
werden. Schon einige Zehntel Milliliter können genügen, um
den Patienten optimal zu versorgen. Mikropumpen vereinfachen die
Dosierung minimaler Mengen enorm. Seit über 25 Jahren werden
solche Pumpen gebaut und immer weiter optimiert. Sie finden in vielen
Bereichen eine Anwendung: von der Medizintechnik bis hin zu
Mikrofertigungsverfahren – überall dort, wo kleinste
Volumina hochpräzise und variabel dosiert werden müssen.
Die Mikropumpsysteme sind jedoch meist nicht so flexibel wie
gewünscht: Oft funktionieren sie nur in eine Richtung, Blasen in
der Flüssigkeit stören ihren Betrieb, sie vertragen keine
Partikel, haben eine starre Pumpleistung und besitzen
Verschleißteile wie Ventile oder Zahnräder. Forscher am
Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg haben
gemeinsam mit Partnern aus Forschungsinstituten und Industrie ein
neuartiges Pumpsystem entwickelt, das all diese Probleme löst:
eine steuerbare peristaltische Mikropumpe. »Die peristaltische
Pumpe ist ein hochkomplexes System«, erklärt Dr. Bärbel
Thielicke, Projektleiterin am IWM. Ȁhnlich wie die
menschliche Speiseröhre zieht sie sich wellenförmig zusammen,
um so die Flüssigkeit zu bewegen – sie verformt sich aus
sich selbst heraus. Dafür waren eine ganze Reihe verschiedener
Werkstoffe und spezieller Materialverbunde nötig.« Die
Forscher verwenden Blei-Zirkonat-Titanat (PZT)-Folien, die mit
Biege-Elementen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und
einem flexiblen Schlauch verbunden sind. »PZT-Werkstoffe
verformen sich, sobald man ein elektrisches Feld anlegt. Dadurch
lässt sich das Pumpsystem elektronisch ansteuern«, sagt
Thielicke. Zudem halten spezielle Klebstoffe die einzelnen Komponenten
des Pumpsystems zusammen. Dank einer besonderen Steuerungselektronik
lassen sich kleinste Mengen exakt durch das System pumpen.
Die ersten Funktionstests hat das System bereits bestanden. Nun wollen
die Forscher die peristaltische Mikropumpe an die unterschiedlichen
Anwendungen anpassen. »Dafür benutzen wir besondere
Simulationsmodelle«, sagt Thielicke. »Wir berechnen im
Voraus, wie der Aufbau der Pumpe verändert werden muss, um andere
Mengen oder andere Flüssigkeiten zu dosieren. So sparen wir bei
der Entwicklung Zeit und Kosten.«
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