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Spezifikation Rev. 3.0 verfügbar
MOST Cooperation spezifiziert die neue Generation des Infotainment-Backbone
Die MOST Cooperation - die verantwortliche Organisation für die
Spezifikation von MOST (Media Oriented Systems Transport), dem
Automobilstandard für Multimedianetzwerke - stellt mit der MOST
Spezifikation Rev. 3.0 das Infotainment-Backbone der nächsten
Generation vor. Es handelt sich um eine vollständige
Überarbeitung der Spezifikationsstruktur mit verschiedenen neuen
Eigenschaften. Während die Spezifikation unabhängig von der
Übertragungsgeschwindigkeit ist, kann sie bereits mit dem neu
definierten Physical Layer von MOST150 arbeiten. So ermöglicht sie
die Verwendung einer höheren Bandbreite von 150 MB/s, eines
isochronen Übertragungsmechanismus zur Unterstützung
komplexer Videoanwendungen sowie eines Ethernet-Kanals für die
effiziente Übertragung von von Ethernet- und IP-Paketen.
Die MOST Spezifikation Rev. 3.0 beschreibt die Übertragung von
Audio- und Videosignalen mit hoher Bandbreiteneffizienz und ohne
Overhead für Adressierung, Kollisionserkennung/Rekonstruktion oder
Broadcast. So bietet MOST eine Übertragungskapazität, die
vergleichbare Packet-Switched-Netzwerke nur mit einer wesentlich
höheren Bruttobandbreite erreichen. In einem MOST Netzwerk
können folglich mehrere hoch auflösende Video-Streams (HD)
neben Single Definition (SD) Video-Streams und Mehrkanal-Surround-Sound
in erstklassiger Dienstequalität (Quality of Service)
übertragen werden - bei gleichzeitigem Transfer großer
Paketdaten.
MOST Spezifikation Rev. 3.0 - das Mehrkanal-Netzwerk
Zusätzlich zu den bewährten Kanälen für Synchron-,
Paket- und Kontrolldaten der vorangegangenen Versionen stellt die MOST
Spezifikation Rev. 3.0 Ethernet- und isochrone Kanäle zur
Verfügung. Der Ethernet-Kanal überträgt unmodifizierte
Ethernet-Frames gemäß IEEE 802.3, so dass Softwarestacks und
Anwendungen aus dem Consumer- und IT-Bereich mit wesentlich
kürzeren Innovationszyklen nahtlos in Fahrzeuge eingebunden werden
können. TCP/IP-Stacks oder Protokolle, die TCP/IP verwenden,
können ohne Änderungen über MOST kommunizieren. Damit
liefert die neue Generation von MOST den einsatzbereiten Physical Layer
für Ethernet im Auto. Darüber hinaus bietet die MOST
Spezifikation 3.0 einen isochronen Kanal zur Unterstützung von
Streams, die nicht synchron zur MOST Framerate sind. Ein typischer
Einsatzbereich dafür ist der Transport von MPEG-Streams über
ein MOST Netzwerk, da MPEG-Streams in der Regel variable
Übertragungsgeschwindigkeiten verwenden. Diese neue MOST
Funktionalität macht komplexe Videoanwendungen möglich. Durch
Verdoppelung der Kapazität gegenüber MOST25 erweitert die
MOST Spezifikation Rev. 3.0 zudem den Kontrollkanal (der für die
Echtzeitkontrolle von Geräten verwendet wird).
Lektionen aus der Compliance Verification
In die MOST Spezifikation Rev. 3.0 sind mehrere Verbesserungen auf
Grund der Erfahrungen mit dem von der MOST Cooperation
eingeführten Compliance Verification Programms eingearbeitet. Das
Hauptaugenmerk liegt dabei auf eindeutigen Spezifikationspunkten, bei
denen die Konformität während der Compliance Tests leicht
verifiziert werden kann.
Optimierte Diagnostizierbarkeit
Die Diagnostizierbarkeit wurde durch eine Revision sowohl des Ring
Break Diagnose Verhaltens als auch der Detektion des "Sudden
Signal-Off" optimiert. Die Robustheit der Verfahren wurde in der
Frühphase der Spezifikation sowohl durch die Anwendung der Failure
Mode Effects Analyse (FMEA) als auch von Referenz-Anwendungen durch
virtuelle Prototypen verifiziert. Um zum Beispiel das Ring Break
Diagnose Verhalten zu verifizieren, wurde das funktionale und zeitliche
Verhalten in über 100 000 Testreihen modelliert und
ausgeführt. Dabei wurden bekannte Methoden der System-on-Chip
(SoC)-Verification angewandt. Diese Maßnahmen tragen dazu bei,
die Risikobewertung zu vereinfachen. Sie stärken das Vertrauen in
die neue Technologie und erhöhen die Bereitschaft, sie
einzusetzen.
Leichte Migration
Die Entwicklung der MOST Spezifikation Rev. 3.0 begleitete eine
Kosten-Nutzen-Analyse, die einerseits zu einer Reihe von Innovationen,
andererseits zu einem hohen Niveau an
Rückwärtskompatibilität führte. Bestehende
Anwendungen können im neuen Netzwerk durch eine bloße
Modifizierung ihrer Netzwerk-Interfaces wieder verwendet werden. Die
MOST Spezifikation Rev. 3.0 unterstützt den neuen MOST150 Physical
Layer mit einer Bandbreite von 150 MB/s, die den Automobilherstellern
weiterhin den Einsatz von POF (Plastic Optical Fiber) und LEDs als
Lichtquellen erlaubt. Die Fahrzeughersteller können damit nach wie
vor ihre bewährten optischen Kabelbäume und Montageverfahren
verwenden. Damit wird der Übergang hin zu einer Vernetzung
höherer Bandbreite zu einer reibungslosen Evolution und führt
zu hoher Akzeptanz.
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