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PRAXIS
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Die 4 geschäftlichen Dresscodes und was sie bedeuten

Wichtig ist, dass Sie sich an die Kleidungswünsche eines Gastgebers halten. Denn nur der Einladende hat ein Bild von seiner Veranstaltung vor Augen. Er sucht die Räumlichkeiten aus, bespricht das Menü und plant akribisch den Ablauf des Events. Und, er möchte, dass seine Gäste in genau diesen Rahmen passen. Die Einhaltung der zur jeweiligen Situation passenden Kleiderordnung dokumentiert nicht nur die gesellschaftliche Kompetenz der eigenen Person, sondern spiegelt auch die Achtung vor dem Einladenden bzw. den übrigen Teilnehmenden und die persönliche Würdigung des Anlasses wider.

Verständlich formulieren
Natürlich ist es wünschenswert, wenn man sich als Eingeladener sofort unter dem angegebenen Dresscode etwas vorstellen kann. Leider klappt das nicht immer. Da gibt es Formulierungen wie "Tanzschuhe", "formell" oder auch "smart casual". Unsere Bitte an alle Gastgeber: Formulieren Sie Ihre Kleidervorstellung möglichst deutlich und deutsch, so sparen Sie sich nicht nur Rückrufe, sondern auch Fehltritte Ihrer Gäste. Wenn Sie sich nun zu einer geschäftlichen Veranstaltung einen legeren Auftritt Ihrer Kollegen wünschen, schreiben Sie also (in Deutschland) nicht "business casual", sondern einfach "Anzug ohne Krawatte". Nun wissen alle Kollegen, was sie tragen sollen.

Der Dresscode ist männlich
Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Kleiderhinweise werden oft nur in der männlichen Version angegeben. Das ist historisch üblich. Sicher ist daraus auch die Standardfrage aller Begleiterinnen entstanden: "Und was soll ich anziehen?". Die Damen müssen sich demnach stilistisch an die Herren anpassen, so einfach ist es geregelt.

Beispiele für übliche geschäftlichen Dresscodes

  1. Freizeitkleidung - Casual wear
    Hier sind Jeans oder eine andere sportliche Hose erlaubt. Was damit nicht gemeint ist, sind Outfits, die man eher am Strand trägt. Die Veranstaltung hat noch immer einen geschäftlichen Hintergrund.
  2. Gehobene Freizeitkleidung - smart casual
    Gemeint ist eine Kombination ohne Krawatte, eine Baumwollhose mit Polo-Shirt und für die Damen ein modernes, gepflegtes Outfit mit Stil. Geschlossene Schuhe sind für Herren ein Muss.
  3. Business Casual
    Die Kleidung kann etwas legerer sein, aber immer noch der Büroumgebung angemessen. Pflicht sind dunkle, geschlossene Schuhe, dunkle Stoffhose, helles Hemd und ein Jackett. Teilweise werden auch Polo-Shirts akzeptiert, dies ist aber selten und sollte vorher geprüft werden. Krawatte ist bei Business Casual nicht notwendig, aber möglich. Jeans, bunte Hemden, T-Shirts oder Sportschuhe sollten bei dieser Kleiderordnung nicht getragen werden.
  4. Business-Kleidung - business attire
    Als allgemeiner Standard hat sich in der Herren-Business-Kleidung der Business-Anzug durchgesetzt. Ein Business-Anzug ist ein seriöser Herren-Anzug (auch Geschäftsanzug genannt, zweiteilig, oft auch dreiteilig mit Weste) mit Krawatte.
    Damen haben im Business-Bereich üblicherweise einen größeren akzeptierten Spielraum bei der Wahl ihrer Kleidung. Weltweit verbreitet sind das Business-Kostüm und der Hosenanzug. Ein Business-Kostüm sollte aus hochwertigem Material sein, welches längeres Sitzen nicht mit zu vielen Falten quittiert.

Beispiele für private Dresscodes

  1. Smoking (engl: "black tie")
    Hier ist für die Herren der Smoking und für Damen das lange Abendkleid gemeint.
    Bitte denken Sie daran, dass das Wort "Smoking" nur in deutsch verwendet wird - ähnlich wie "Handy". Amerikaner würden zu der eleganten Abendbekleidung "Tux" oder "Tuxedo" sagen. Ursprünglich kommt der Begriff "Smoking" vom walisischen Prinzen Edward aus dem Jahr 1865. Für seine Abendgesellschaften ließ sich der Adelige von seinem Schneider eine legeres "Dinner Jacket" schneidern. In Berichten über diese Abende tauchte jedoch das "Smoking Jacket" auf, was die Deutschen entscheidend prägte.
  2. Dunkler Anzug oder Cocktailkleidung
    Dies ist der Dresscode für elegante Anlässe ab 16.00 Uhr. Hier sollten Herren einen schwarzen (keinen dunkelblauen, keinen anthrazitfarbenen) Anzug mit einer gedeckten Krawatte tragen.
    Die Damen dürfen das "kleine Schwarze" tragen, also ein knielanges Kleid mit wenig bedeckten Schultern.


Autorinnen
Anke Quittschau & Christina Tabernig
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