
PRAXIS
-
Schlagfertigkeit bei verbalen Angriffen
In jeder Situation „cool“ bleiben, ist leichter gesagt, als
getan. Vor allem, wenn Konflikte drohen. In Stresssituationen greift
unser Gehirn nämlich ungeachtet guter Vorsätze auf
eingefahrene, meist wenig konstruktive Verhaltensmuster zurück.
Wie Sie diesen ‚Autopiloten’ erfolgreich abschalten und
stets souverän handeln.
Wohl die meisten Menschen wünschen sich mehr Schlagfertigkeit, insbesondere bei verbalen Angriffen. Oft bleibt einem aber nur die Luft weg. Oder man reagiert mit einem zu heftigen Gegenschlag. Intelligent schlagfertig zu sein, fällt schwer, weil unter Anspannung eine Art ‚Autopilot’ im Hirn unser Handeln bestimmt, nicht der klare Verstand. Bevor wir merken, was da schon wieder passiert, ist die Möglichkeit, souverän und schlagfertig zu handeln, meist schon vorbei.
Die gute Nachricht: In allen Lebenslagen souverän zu bleiben, lässt sich lernen. Wie, das zeigen die beiden Managementtrainerinnen Christine Lehner und Sabine Weihe in ihrem neuen Buch „Limbic Mind – Die intelligente Schlagfertigkeit“, aktuell erschienen im BusinessVillage Verlag.
Wesentlich ist es zunächst, sich bewusst zu machen, in welchen Situationen der Autopilot aktiv wird, etwa wenn man alles gleich persönlich nimmt, auf Kritik dünnhäutig reagiert oder wenn man bei einem Konflikt am liebsten gleich im Erdboden versinken möchte. Möglich ist dies mit der Technik der inneren Achtsamkeit, erklären die beiden Autorinnen. Fragen, wie „Was geht jetzt in mir vor?“ „Wie verhalte ich mich normalerweise?“ „Wie wirkt dieses Verhalten nach außen?“ „Was wäre jetzt konstruktiver?“, erleichtern es, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten und wahrzunehmen, welche Gefühle gerade dominieren.
Den Tunnelblick wieder weiten
Wer auf diese Weise rechtzeitig merkt, „jetzt springt der Alligator in mir an“, kann nachhaltigen Schaden verhindern. Der innere Beobachter meldet dann: „Ah, das nehme ich persönlich. Da ist jemand über meine Grenzen gegangen.“ Diese Erkenntnis ermöglicht es, Distanz zum Geschehen zu schaffen.
Zwei „Strategien der Weisheit“ haben sich dabei laut Sabine Weihe und Christine Lehner besonders bewährt: Erstens, die Vorbild-Strategie: „Überlegen Sie, wie würde etwa der Dalai-Lama oder ein anderer von Ihnen geschätzter weiser Mensch reagieren? Oder zweitens, Sie überlegen, was Ihnen wirklich wichtig ist im Leben?“ Beide Strategien helfen, die eigene innere Gelassenheit zu aktivieren, die Verstrickung in der Situation soweit zu lösen, dass sich der „Tunnelblick“ wieder weitet und man selbst ruhiger agieren kann.
Schließlich macht es zum Beispiel einen enormen Unterschied, ob jemand bei Kritik innerlich kocht und aus diesem Gefühl heraus agiert („Dann machen Sie’s doch selber!“) oder ob man weiß, dass der andere jetzt einen wunden Punkt getroffen hat und man am liebsten hochgehen würde, nun aber durch gezieltes Training bewusst durchatmet und gelassen etwa zurückfragt: „Was genau gefällt Ihnen denn nicht an meiner Idee?“
Wie ein Adler fühlen
Mithilfe der inneren Aufmerksamkeit lässt sich der Autopilot wirksam abschalten. Doch genauso wichtig ist es, sukzessive neue, konstruktive Gewohnheiten als automatische Reaktion im Gehirn zu verankern. Wem das utopisch erscheint, sei gesagt, dass die Möglichkeit, Verhaltensweisen neu zu modellieren, schon seit langem wissenschaftlich erwiesen ist. „Entscheidend ist das Üben“, betonen die beiden Buchautorinnen. „Durch wiederholtes Anwenden der neuen Verhaltensweisen verändert sich die Struktur des Nervensystems – und damit verändern sich auch unsere Gewohnheiten.“
Klar, alte Gewohnheiten sind hartnäckig. Und zu beachten ist: Auch wenn man daran arbeitet, Verhaltens- und Denkmuster zu ändern, sollten das bisherige Muster nicht einfach als „falsch“ abgetan werden. Besser ist es zu akzeptieren, dass die bisherigen Muster irgendwann wichtig waren, zum Beispiel als eine Art Schutzschild, oder von einem Vorbild (unbewusst) übernommen wurden.
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Die gute Nachricht: In allen Lebenslagen souverän zu bleiben, lässt sich lernen. Wie, das zeigen die beiden Managementtrainerinnen Christine Lehner und Sabine Weihe in ihrem neuen Buch „Limbic Mind – Die intelligente Schlagfertigkeit“, aktuell erschienen im BusinessVillage Verlag.
Wesentlich ist es zunächst, sich bewusst zu machen, in welchen Situationen der Autopilot aktiv wird, etwa wenn man alles gleich persönlich nimmt, auf Kritik dünnhäutig reagiert oder wenn man bei einem Konflikt am liebsten gleich im Erdboden versinken möchte. Möglich ist dies mit der Technik der inneren Achtsamkeit, erklären die beiden Autorinnen. Fragen, wie „Was geht jetzt in mir vor?“ „Wie verhalte ich mich normalerweise?“ „Wie wirkt dieses Verhalten nach außen?“ „Was wäre jetzt konstruktiver?“, erleichtern es, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten und wahrzunehmen, welche Gefühle gerade dominieren.
Den Tunnelblick wieder weiten
Wer auf diese Weise rechtzeitig merkt, „jetzt springt der Alligator in mir an“, kann nachhaltigen Schaden verhindern. Der innere Beobachter meldet dann: „Ah, das nehme ich persönlich. Da ist jemand über meine Grenzen gegangen.“ Diese Erkenntnis ermöglicht es, Distanz zum Geschehen zu schaffen.
Zwei „Strategien der Weisheit“ haben sich dabei laut Sabine Weihe und Christine Lehner besonders bewährt: Erstens, die Vorbild-Strategie: „Überlegen Sie, wie würde etwa der Dalai-Lama oder ein anderer von Ihnen geschätzter weiser Mensch reagieren? Oder zweitens, Sie überlegen, was Ihnen wirklich wichtig ist im Leben?“ Beide Strategien helfen, die eigene innere Gelassenheit zu aktivieren, die Verstrickung in der Situation soweit zu lösen, dass sich der „Tunnelblick“ wieder weitet und man selbst ruhiger agieren kann.
Schließlich macht es zum Beispiel einen enormen Unterschied, ob jemand bei Kritik innerlich kocht und aus diesem Gefühl heraus agiert („Dann machen Sie’s doch selber!“) oder ob man weiß, dass der andere jetzt einen wunden Punkt getroffen hat und man am liebsten hochgehen würde, nun aber durch gezieltes Training bewusst durchatmet und gelassen etwa zurückfragt: „Was genau gefällt Ihnen denn nicht an meiner Idee?“
Wie ein Adler fühlen
Mithilfe der inneren Aufmerksamkeit lässt sich der Autopilot wirksam abschalten. Doch genauso wichtig ist es, sukzessive neue, konstruktive Gewohnheiten als automatische Reaktion im Gehirn zu verankern. Wem das utopisch erscheint, sei gesagt, dass die Möglichkeit, Verhaltensweisen neu zu modellieren, schon seit langem wissenschaftlich erwiesen ist. „Entscheidend ist das Üben“, betonen die beiden Buchautorinnen. „Durch wiederholtes Anwenden der neuen Verhaltensweisen verändert sich die Struktur des Nervensystems – und damit verändern sich auch unsere Gewohnheiten.“
Klar, alte Gewohnheiten sind hartnäckig. Und zu beachten ist: Auch wenn man daran arbeitet, Verhaltens- und Denkmuster zu ändern, sollten das bisherige Muster nicht einfach als „falsch“ abgetan werden. Besser ist es zu akzeptieren, dass die bisherigen Muster irgendwann wichtig waren, zum Beispiel als eine Art Schutzschild, oder von einem Vorbild (unbewusst) übernommen wurden.
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