PRAXIS
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So interpretieren Sie die Schreibtische ihrer Mitarbeiter
Wie viel Ordnung muss sein? Diese Frage stellt sich wohl so mancher Vorgesetzte beim Anblick von Mitarbeiterschreibtischen. Dabei fällt die Frage "Chaos-Schreibtisch oder blitzblanke Ordnung?" keinesfalls eindeutig zugunsten der Ordnung aus. Dass ein chaotischer Schreibtisch auf einen unorganisierten Mitarbeiter schließen lässt, der Wichtiges vergisst, weil er es schlicht nicht wieder findet - die These ist widerlegt. Dass es das berühmte Chaos mit System tatsächlich gibt, ist dagegen erwiesen. Wer sein Chaos beherrscht wie ein Feldherr, der findet auch in noch so hohen Papierbergen den gewünschten Zettel - einfach weil er weiß in welchem Zusammenhang und wann er ihn wo abgelegt hat.
Inzwischen haben sich auch Psychologen der Frage angenommen, wie viel Toleranz man als Chef gegenüber dem Chaos der Mitarbeiter zeigen sollte und was ein allzu blank gefegter Schreibtisch auch bedeuten kann.
- Blumen und Gemütlichkeit, so heißt es, stehen für ein großes Sicherheitsbedürfnis, die suche nach Geborgenheit und eine größere Verletzlichkeit. Macht nichts, kann man auch da sagen, solange die Arbeit erledigt wird. Doch als Vorgesetzter kann man aus den Scheibtischen seiner Mitarbeiter lernen, wie man mit ihnen umzugehen hat und wie man sie am besten einsetzt. Hat man wirklich ein Auge für das, was einem Ordnung oder Unordnung verraten, kann man die Effizienz der Angestellten erheblich steigern.
- Wer sich aus eigener Tasche eine schnurlose Maus und Tastatur anschafft, weist sich nicht nur als Technikfreak aus, sondern auch als innovativer Querdenker, der jedes Team durch seine Energie auf Touren bringt.
- Anders der Perfektionist: Wer seinen Schreibtisch abends staubfrei und akribisch leer gefegt zurück lässt, zu dessen Stärken zählen Flexibilität und Improvisationstalent ganz sicher nicht.
- Bei den offensichtlichen Chaoten ist ein zweiter Blick nötig: Wer trotz Chaos effektiv ist, der braucht einfach ein freies Umfeld, um in seinem Element zu sein. Werden keine befriedigenden Leistungen erbracht, ist Chaos ein Zeichen für Überforderung und Lustlosigkeit.
- Aufmerksam sollten Sie werden, wenn einer Ihrer Mitarbeiter plötzlich beginnt, seine Gewohnheiten zu ändern. Wer plötzlich seinen Schreibtisch umgestaltet und anfängt ihn mit esoterischen Steinchen oder buntem Spielzeug zu verzieren, der befindet sich nach Meinung von Psychologen vielleicht in einer Krise, die Sie als Führungskraft unbedingt ansprechen sollten. So signalisieren Sie Ihrem Mitarbeiter Verständnis und Interesse und verhindern, dass Konflikte eskalieren.
Und noch etwas: Schließen Sie nie von Ihren Vorlieben auf die Ihrer Mitarbeiter! Wie eine Studie der Universität Manchester unter 500 Führungskräften ergab, bevorzugen zwei Drittel aller Chefs Mitarbeiter mit aufgeräumten Schreibtischen - weil sie sie selbst so schätzen. Doch zu meinen, die Arbeitsleistung der Mitarbeiter zu steigern, wenn man sie zu System und Ordnung zwingt - ist schlicht ein Irrtum.
Quelle
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